Jubi-Storys
Warum?
Es war doch für ihn
Thema Nr. 1
Ich wünscht ich wär ein Engel....
One Night in Magdeburg
PS: Ich liebe dich!
Beautiful
I hate this Song
Es tut mir Leid
Ich erinnere mich an die Zeit...


Kapitel 679:

Er setzte sich hinter seinen Schreibtisch. „Also, Frau Schäfer…“ fing er langsam an. Der Arzt sah aus wie Mitte 50, er hatte eine Glatze, nur an den Seiten waren noch ein paar Haare zu finden. Er machte einen vertrauenswürdigen Eindruck. Seine Stirn hatte schon ein paar Falten, die er gut runzeln konnte. Seine Hände waren groß und gepflegt, so wie ich mir immer so einen perfekten und erfahrenden Arzt vorstellte sah er aus. „Wenn ich jetzt sagen würde, ihr Mann hat Glück im Unglück gehabt, dann wäre das gelogen. Aber er hat in so fern Glück gehabt das sein Herz nichts abbekommen hatte von der Kugel. Dafür hatte es seine Lunge getroffen und dies hat ein Pneumothorax ausgelöst.“ „Bitte auf Deutsch.“ Wand Tamara ein. Da wir eh mit Fachwörtern nichts anfangen konnten. „Um es schnell zu erklären, es ist ein kleines Loch in der Lunge. Dadurch fällt die Lunge zusammen, also auf der beschädigten Seite, sie kann sich auch nicht mehr ausdehnen, weil dann Luft in dem bereich des Brustkorbes sich angesammelt hat wo sie sich normalerweise entfalten würde. Dies lässt sich aber heut zu tage schon gut behandeln, das Problem bei Herr Schäfer war nur das die Kugel nun mal noch drinnen steckte und wir diese auch noch entfernen mussten, bevor sie noch verrutschte und noch andere Lebenswichtige Organe trifft. Dies ist uns aber auch gelungen. Aber ich meine das er doch nicht so ein Glück hatte, da er allergisch auf die Kugel reagiert hatte, da durch starkes Fiber bekommen hat und da durch einen Fieberkrampf erlitten hatte. Wir mussten also so schnell es ging operieren, da die Kugel hinaus musste und des Weiteren hatte er sehr viel Blut verloren…“ „Und wie geht es ihm?“ fragte ich leicht verzweifelt. „Er liegt im Aufwachraum, es hat alles ganz gut geklappt, aber wenige Minuten später hätte das alles wahrscheinlich schon anders ausgesehen.“ Von mir viel erstmal eine riesen Last ab. „Und was ist nun mit der Lunge?“ fragte Tamara besorgt nach. „Wir haben ihm eine Thoraxdrainage gelegt. Das heißt wir haben ihm einen dünnem Schlauch in den Bereich der Lunge gelegt, der an einer Pumpe angeschlossen ist, da durch wird die Luft ausgepumpt und die Lunge kann sich wieder entfalten und das Loch wächst von ganz allein zu.“ „Kann ich zu ihm?“ fragte ich. Dem Arzt huschte zum ersten Mal ein leichtes Lachen über die Lippen, wahrscheinlich weil ich so ungeduldig war. „Ja dürfen sie, er müsste auch schon langsam wach werden. Kommen sie mit.“ Der Arzt stand auf, ich sagte Tamara noch dass sie die anderen anrufen sollte. Ich glaube sie hatte dem Arzt eh grade mehr zu gehört als ich, ich wollte einfach nur zu ihm. Ich ging mit dem Arzt einen langen weißen Flur entlang bis wir in einen Raum gingen. Durch eine Fensterscheibe konnte ich Gustav schon sehen. Er hatte noch die Augen geschlossen, er lag Oberkörperfrei auf seinem Bett. Das Bett war etwas höher gestellt, sodass er mehr saß als lag, damit er wohl besser atmen konnte. Er hatte einen Schlauch um die Nase herum und sein auf der Schussstelle war ein Verband zu sehen. Ein wenig darunter schaute unter schaute ein Schlauch raus der zu einem kleinen Kasten ging. Das musste wohl die Pumpe sein. Seine Arme waren auch noch voll mit Kabeln. „Haben sie keine Angst, die Kabel sind nur Vorsichtsmaßnahme und das um die Nase hilft nur noch ein wenig beim Atmen.“ Beruhigte mich der Arzt und schickt mich mit einem Kittel in den Raum. Langsam näherte ich mich Gustav. Er sah so ruhig aus, er brauchte die Ruhe schließlich auch. Neben ihm hörte man noch die ganze Zeit das Piepen von EKG, aber es war mir egal. Langsam nahm ich mir einen Stuhl der auf der einen Seite des Zimmers stand und trug ihn zum Bett. Ich setzte mich und fasste langsam und auch ein wenig zögernd nach Gustav seiner Hand. Seine Hand zuckte kurz. Dann merkte ich aber wie er seine Augen langsam öffnete und mühsam und noch sichtlich müde zu mir sah. „Hey…“ sagte ich leise und ein leichtes Lächeln viel mir über die Lippen. Ein kratziges „Hey…“ kam auch von ihm zurück und auch er lächelte etwas.

Kapitel 680:

„Wie geht’s dir?“ fragte ich sanft. „Beschissen…“ Er lächelte erneut. Ich musste mit Lächeln. Ich griff seine Hand noch fester. „Hast du noch Schmerzen?“ Er nickte. „Nicht wenig…“ sagte er leise. „Soll ich jemand holen?“ fragte ich besorgt. „Nein, das halte ich noch aus, gegen vorhin ist das noch gar nichts, außerdem bist du ja hier.“ Wieder lächelte er etwas. Ich sah ihn mir genau an. Immer noch hatte er rote Stellen von der Allergie. Ich sah wieder hoch zu ihm. „Gustav, ich hab mir solche Sorgen gemacht.“ Kam nun automatisch aus mir raus und zu gleich fing ich an zu weinen und ließ meinen Kopf auf die Bettkante fallen. Ich merkte wie er langsam seine Hand hob und mir über den Kopf strich. „Hey, ist doch schon gut.“ „Nein, ich dachte ich sehe dich nie wieder, wenn du wüsstest was ich mir für Sorgen gemacht hab…“ „Pscht!“ sagte er. Ich sah zu ihm. „Ich dachte auch ich sehe dich nie wieder und das war das schlimmste, ich habe vorhin nur an dich und Amy gedacht als ich die Schmerzen hatte…“ Ich schluchzte. Ich musste einfach weinen. „Komm her…“ ich setzte mich auf die Bettkante und legte meinen Kopf vorsichtig auf seine Schulter. Mit seiner Hand streifte er langsam durch mein Haar. „Gustav, ich liebe dich wirklich…“ „Ich dich auch mein Schatz!“ Es tat so gut ihm nah zu sein. Seine Haut an meiner zu spüren. Es beruhigte, mir wurde immer klarer, dass er wirklich wieder da ist, das er mit mir reden konnte. Sein Atemgeräusch machte mich glücklich, das seine Brust sich bewegte auch, Hauptsache er atmete. Ich nahm meinen Kopf wieder von ihm. Nicht das ich irgendetwas abdrückte. Ich sah ihn an. Dann näherte ich mich ihm und fing ihn erstmal an herzhaft zu küssen. Es kam mir vor wie einer unserer ersten Küsse. Seine Lippen waren trocken, aber das war mir egal. Vorsichtig fasste ich ihn an und starrte ihn weiter an. Er lehnte sich zurück und sah mich genauso an. Müde sah er aus und trotzdem schon viel besser als vorhin, kurz bevor der Krankenwagen kam. „Jetzt konntest du dein Lied wegen mir gar nicht singen.“ Flüsterte er. „Es ist mir egal, Hauptsache du lebst! Ohne dich ginge es nicht…“ Ich blockte ab „Schlaf erstmal ein wenig.“ Sagte ich. „Bleibst du bei mir bis ich eingeschlafen bin?“ fragte Gustav. Ich nickte und nahm wieder auf meinem Stuhl platz. Ich fasste wieder seine Hand und mit meinem Daumen strich ich immer ganz sanft hinüber. Es dauerte nicht lange bis er eingeschlafen war. Der Doktor Carlsens kam rein. „Na wie geht es ihm?“ „Er schläft“ flüsterte ich ihm zu. „Das ist gut.“ Antwortete der Doktor und sah sich alle Zugänge und Schläuche noch einmal an. „Er hat noch Schmerzen…“ sagte ich. „Das ist normal, machen sie sich nicht all zu große Gedanken, ich denke er hat es schon ganz gut überstanden. Wir legen ihn gleich noch auf die Intensivstation, damit alles gut überwacht werden kann. Wegen Infektionen, seine Wunde war ja ziemlich lange offen und vielleicht sind noch Restbestände der Kugel in ihm, aber das kann alles nur sein und muss nicht. Und zu den Schmerzen, die in der Lunge wird er jetzt noch länger haben.“ Etwas zerknirscht sah ich Gustav an. „Wie lange dauert so etwas?“ „Na ja, ich denke in ein bis zwei Wochen können wir ihn schon entlassen, aber dann ist trotzdem strickte Ruhe angesagt, schließlich muss seine Lunge sich wieder entfalten können und Stress, fliegen und so typische Dinge die man macht wenn man bekannt ist kommen da gar nicht gut. Außerdem ist es ja nicht nur die Lunge sondern auch noch die Schussverletzung.“ Ich nickte. „Was ist mit den roten Flecken?“ fragte ich noch. „Die werden hoffentlich bald verschwinden, das Fieber ist ja auch nur noch leicht erhöht. Allergien sind schrecklich was sie immer so auslösen.“ Antwortet mir der Arzt. Er nahm eine neue Infusion und hängte sie an den dafür vorgesehenen Harken. Dann steckte er den Schlauch der Infusion in einen Zugang von Gustav. „Übrigens da draußen warten noch Leute auf dich.“ Sagte Dr. Carlsens zu mir. „Oh wirklich, dann werde ich mal gehen.“ Ich drückte Gustav noch einen Kuss auf die Wange. Kurz bevor ich den Raum verließ drehte ich mich noch einmal um. „Dr. Carlsens?“ Er drehte sich zu mir um. „Ja?“ „Danke!“ Er lächelte und wand sich dann wieder seinem Patienten zu.
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